blues blosn: Live im Wintergarten
Dampfige Luft, tanzende Körper, tippende Füße, klatschende Hände, der Backbeat des Schlagzeugs, treibende Bassriffs, das Jaulen der Gitarre, die Bluesharp, die Geschichten erzählt, auffordert, antreibt oder träumen lässt –
Nein, wir befinden uns nicht in einer Kneipe in Chicago oder im Mississippidelta, sondern im ländlichen Niederbayern. Dass man sich zwar Deep South, aber eben nicht in den USA befindet, wird einem wohl nur

bewusst, wenn man auf die bayerischen Texte achtet, in denen Robert Hobmeier und die blues blosn beweisen, dass bayerisches Lebensgefühl und amerikanischer Blues durchaus gut zusammenpassen. Neben Hobmeier, dem Sänger, Harper und Kopf der Band, sind auch Armin Weinzierl (Gitarre), Georg Eggerbauer (Bass) und Hans Wimmer (Schlagzeug) ehemalige Mitglieder der 1980 gegründeten Landshuter Chicken Shit Blues Band. Nach einer ersten CD „S’Lebn und da Blues“, die 1999 im Selbstverlag erschien, veröffentlicht die Band nun bei BSC Music im Mundartlabel mit „Live im Wintergarten“ einen Tonträger, der die Stimmung eines Konzerts der blues blosn überzeugend vermitteln kann. Ausgehend vom Chicago Blues zeigt die Band in 18 Tracks viele Spielarten des Blues und beweist, dass diese Art von Musik und die bayerische Sprache eine solche Symbiose eingehen, dass man meint, der Blues könnte gar nicht in einer anderen Sprache gesungen werden. Die Texte von Hobmeier beschäftigen sich mit Themen des Alltags, wie z.B. der Begegnung der Generationen („Hob gmoant so wer i ned“), dem Älterwerden („I wea oid“), menschlichen Schwächen („Gscheidschmatza“, „Nix wia jammern“) oder Problemen, die das alltägliche Leben erschweren („Gassi geh“) – dargebracht aber immer mit einem zwinkernden Auge und einem Schuss Ironie.